Was ist Narzissmus wirklich? – Und warum die meisten Unternehmen keine Antwort darauf haben
- 20. Mai 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Apr.
Narzissmus wird falsch verstanden. Fast immer.
Er wird auf Eitelkeit reduziert. Auf den schwierigen Kollegen. Auf den Chef, der gerne im Mittelpunkt steht. Auf eine Persönlichkeit, die man erträgt oder meidet.
Das ist gefährlich. Weil es den Blick auf das verstellt, was Narzissmus in Organisationen wirklich anrichtet.

Was Narzissmus ist — und was nicht
Narzissmus beginnt nicht mit Selbstbewusstsein. Er beginnt mit der Unfähigkeit, echte Resonanz zuzulassen.
Narzisstisches Verhalten speist sich aus tiefer innerer Unsicherheit — überdeckt von Kontrolle, Perfektion, charismatischer Inszenierung oder dem Bedürfnis nach permanenter Bestätigung. Es ist kein stabiles Selbst, das sich über andere stellt. Es ist ein fragiles Selbst, das andere braucht, um sich zu stabilisieren.
Der entscheidende Unterschied zu schwierigem Verhalten allgemein: Narzissmus ist systemisch. Er entzieht anderen dauerhaft Raum, Selbstvertrauen und Orientierung — und tut das mit einer Präzision, die von außen oft unsichtbar bleibt.
Wie er sich in Führung zeigt
In Unternehmen kommt narzisstische Führung selten mit offenem Gesicht.
Sie kommt als Leistungskultur, die keine Schwäche duldet. Als Ehrgeiz, der Grenzen nicht sieht — und nicht sehen will. Als Charisma, das begeistert und gleichzeitig abhängig macht. Als Entscheidungsstärke, hinter der sich Kontrollzwang verbirgt.
Teams unter narzisstischer Führung verlieren etwas, das sich schwer benennen lässt: die Bereitschaft, die eigene Meinung zu sagen. Den Mut, Fehler zuzugeben. Das Vertrauen, dass Ehrlichkeit keine Konsequenzen hat.
Loyalität wird nicht verdient. Sie wird eingefordert. Kritik wird nicht verarbeitet. Sie wird bestraft. Ergebnisse zählen — solange sie dem Bild der Führungsperson dienen.
Der Preis dafür zahlen nicht die narzisstischen Führungskräfte selbst. Den zahlen die Menschen um sie herum. Und irgendwann die Organisation als Ganzes.
Was das mit meinem Buch zu tun hat
In Zwischen Macht und Menschlichkeit beschreibe ich Narzissmus nicht als Diagnose und nicht als Schuldzuweisung.
Ich beschreibe ihn als das, was er ist: ein Muster, das aus ungeheilten Wunden entsteht — und das trotzdem kein Freibrief ist für das, was es anrichtet.
Das ist der Kern meiner Position: Verstehen und Konsequenz schließen sich nicht aus. Wer narzisstische Dynamiken erkennt, muss ihnen nicht mit Mitgefühl begegnen. Er muss ihnen mit Klarheit begegnen.
Das Buch gibt genau das: Klarheit. Über die Mechanismen. Über die Auswirkungen. Und über das, was Organisationen und Führungskräfte brauchen, um aus diesen Mustern herauszukommen — oder gar nicht erst hineinzugeraten.
Warum das heute relevanter ist denn je
Organisationen, die narzisstische Führung tolerieren, zahlen einen Preis, der in keiner Bilanz auftaucht: den Verlust von Menschen, die aufgehört haben zu glauben, dass es sich lohnt, ihr Bestes zu geben.
Das ist kein weiches Thema. Das ist ein Strategieproblem.
Und es braucht Führungskräfte, die bereit sind, das anzuschauen — ohne Beschönigung.
Zwischen Macht und Menschlichkeit — jetzt erhältlich auf Amazon und im Buchhandel.
Wenn dieser Text etwas ausgelöst hat, ist das kein Zufall.
Ich arbeite mit Führungskräften und Unternehmern, die aufgehört haben, sich mit halbgaren Antworten zufriedenzugeben — und anfangen wollen, wirklich zu führen.
Schreib mir. Oder ruf an.
+49 157 58 267 427
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